• Die Kunst der Grenzziehung und warum es diese braucht

    Christian Brodt, Referent vom Verein „Konflikt-Kultur“ begeisterte am Montag sowohl die Zimmerner Lehrkräfte und Mitarbeiter des Ganztagesbetreuung im Rahmen des pädagogischen Tages, als auch die Eltern im anschließenden Elternvortrag. Kinder brauchen Grenzen, um sich zu entwickeln, ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten und auf das Leben vorbereitet zu werden. Aber wie diese Grenzen ziehen und einfordern, damit wurde sich an der Grund- und Werkrealschule Zimmern ein Tag lang beschäftigt. Kinder dürfen Fehler machen, sie sollen Grenzen austesten, müssen Selbstbestimmung erfahren, aber jedes Handeln bringt Konsequenzen mit sich, positive und negative. Aber egal wie, die Wertschätzung des Kindes als Person steht an oberster Stelle. Dabei spielt Belohnung eine wichtige Rolle, positives Verhalten, egal ob Hausaufgaben, im Umgang mit Mitschülern oder wenn es um Pünktlichkeit geht, all dies sollte belohnt werden. Es geht hier weniger um materielle Dinge, sondern um Anerkennung, Aufmerksamkeit und ja, auch mal um eine Belohnung, sei es ein Hausaufgabenjoker, ein besonderes Privileg oder auch mal ein Päckchen Gummibären. Der körpereigene Botenstoff Dopamin spielt bei der Motivation eine bedeutende Rolle. Dieser wird nicht bei der eigentlichen Belohnung ausgeschüttet, sondern entsteht bei der Vorfreude auf eben diese und sorgt somit für eine positive und effiziente Lernatmosphäre. Dieses Phänomen im Unterricht zu nutzen, daran gilt es nun für die Lehrerinnen und Lehrer zu arbeiten und das bereits bestehende Konzept „Bei STOPP ist SCHLUSS“ zu überarbeiten. Inhalt dieses Konzeptes ist die positive Rückmeldung über Stempel und Feedbacklisten, die für sich persönlich, aber auch für den Klassenverband gesammelt werden können. Ist eine gewisse Anzahl erreicht, können diese in Joker und andere schöne Dinge, wie kleine Ausflüge, verlängerte Pause usw. umgetauscht werden. Zum abendlichen Vortrag mit dem gleichen Thema luden der Förderverein sowie der Elternbeirat der Schule ein. Ca. 50 interessierte Eltern und Kollegen, auch aus umliegenden Schulen, nahmen die Einladung an und zeigten sich vom Vortrag begeistert.